Das Projektarchiv zeigt Initiativen des FSBZ, die abgeschlossen sind oder die nach einem Zwischenergebnis oder Meilenstein vorerst still gelegt wurden. Natürlich ist unsere Geschichte zu lang und zu vielfältig, um an dieser Stelle Vollständigkeit zu beanspruchen. Sie möchten mehr erfahren? Wir freuen uns, wenn Sie Kontakt zu uns aufnehmen.
Junge Frauen haben feministische Anliegen wieder in die öffentliche Diskussion gebracht.
Damit sind Vision und Forderungen nach gleichwertiger Verteilung von
Lebenschancen und Wahlfreiheiten im Bezug auf unterschiedliche
Lebensmodelle aufgegriffen: Im Vordergrund steht die gerechte Teilhabe
an Erwerbs- und Familienarbeit.
Der Neue Feminismus versteht sich nicht als Bewegung. Er äußert sich in
einer Vielfalt kultureller und diskursiver Praktiken, die vorrangig von
gut ausgebildeten Frauen der Mittelschicht getragen werden. Lockere
Organisationsmuster werden statischen Regulierungen vorgezogen und
korrespondieren mit der ökonomischen, ökologischen und kulturellen
Europäisierung und Globalisierung. Das zeigt sich einerseits in einer
Individualisierung der Debatte und andererseits in einer Vielzahl
theoretischer und praktischer Kommunikationsformen. Im Zentrum steht der
Blick auf die eigene Situation, auf die Entwicklung neuer Lebensformen
und Strategien.
Bis heute geführte Geschlechterdiskurse haben nicht zur Lösung weiterhin
vorherrschender vergeschlechtlichter Machtkonstruktionen geführt. Ihre
Analyse verdeutlicht die Erkenntnis, dass durch politische Maßgaben und
gesetzliche Festschreibungen nicht alles geregelt werden kann. Gerade im
Bereich der gerechten Aufgabenteilung bei der Erwerbs- und
Familienarbeit sind noch wesentliche Schritte in der Bewusstseinsbildung
notwendig.
Die junge Frauengeneration will die noch immer bestehenden
diskriminierenden Strukturen in ihrer Alltagsrealität nicht akzeptieren.
Auch junge Männer äußern sich in Umfragen dieser Problematik gegenüber
aufgeschlossen.
Selbstkonzepte in Bezug auf Geschlechterverhältnisse und ihre
Veränderungen haben gleichermaßen Relevanz für Gleichstellungs- und
Bildungsarbeit. Aufgabe evangelischer Institutionen im Bereich von
Bildung und Politik ist es, gesellschaftliche Diskurse aufzugreifen,
sich zu positionieren, mit ihrem kirchlichen Selbstverständnis zu
überprüfen und in eigene Bildungsangebote zu transferieren. Erwartungen
und Forderungen junger Menschen an Kirche und Gesellschaft sind
Herausforderungen für die eigene Zukunftsfähigkeit.
Aus diesem Grund setzt sich auf Initiative und unter Leitung des
Frauenstudien- und –bildungszentrums in der EKD (FSBZ) eine
Studiengruppe aus Vertreterinnen der Ev. Erwachsenenbildung, der
Gleichstellungsarbeit, der Familienbildung und -politik, der
Frauenarbeit, der theologischer Fortbildung und universitärer Bildungs-
und Geschlechterforschung mit den aufgeworfenen Fragen auseinander.
Wir regen den Generationendiskurs an, wollen mit jungen Frauen und
Männern den „Stand“ der Geschlechtergerechtigkeit überprüfen und
entsprechend den Bedarfen kirchliche Frauenbildungsarbeit und
Gleichstellungspolitik ausrichten. Aus den Erkenntnissen unserer Arbeit
werden wir Bildungskonzepte und politische Forderungen entwickeln, die
die kulturellen und politischen Kommunikationsformen junger Frauen
aufnehmen.
Texte zum Weiterlesen:
Dr. Kirsten Beuth: Was geht denn da ab?
Studiengruppe „Neuer Feminismus“ von 2010:
Eine Einrichtung des Comenius-Instituts im Aufgabenbereich Gender und Bildung, Frauenstudien und Frauenbildung www.comenius.de

