Das Projekt geht der Frage nach, ob und inwiefern sich Frauen und Männer in der Bezugnahme auf religiöse und nicht-religiöse Weltsichten bei der Deutung von Lebenssinn unterscheiden. Damit wird an eine Schlüsselfrage moderner Religionssoziologie, nämlich die Frage nach der Konstruktion individueller Religiosität, angeschlossen und untersucht, wie sich Geschlechterunterschiede auf die Deutung von Lebenssinn auswirken.
Mittels einer sekun-däranalytischen Auswertung von Umfragedaten (ISSP 2008/Religionsmonitor 2008) werden zunächst geschlechtsspezifische Unterschiede im Hinblick auf religiöse Einstellungen, religi-öse Praxisformen und religiöse Stile in der Bevölkerung der BRD analysiert. Vertiefend werden fallrekonstruktive Analysen „männlicher“ und „weiblicher“ Muster der (religiösen) Deutung von Lebenssinn durchgeführt.
Das Projekt verfolgt einen generationenvergleichenden Ansatz, der es ermöglicht, die Perspektive des Wandels von Geschlechterverhältnis und religiösem Wandel herauszuarbeiten. Damit wird eine innovative Sichtweise für die Analyse des Wechselverhältnisses von Gender und Religion eingenommen.
Das Ziel des Projekts ist es herauszuarbeiten, welche Bedeutung der Kategorie „Geschlecht“ für die individuelle Konstruktion von Lebenssinn zukommt. Damit möchte das Forschungs-vorhaben einerseits den in der Genderforschung vertretenen Ansatz einer vergleichenden Konstruktion von Geschlechtlichkeit in Bezug auf die religionssoziologisch geführte Debatte über den Stellenwert des Wandels von Religiosität in spätmodernen Gesellschaften fruchtbar machen.
Andererseits ist das Projekt darauf ausgerichtet, den im kirchlichen Kontext geführten Diskurs über geschlechtergerechte Bildungsarbeit in Kirche und Gesellschaft anhand von vergleichenden Forschungen zu Prozessen religiöser Sinn- und Lebensdeutung von Männern und Frauen durch Grundlagenforschung aufzuarbeiten und für kirchliches Handeln in den Bereichen der Bildungs- und Frauen- und Gleichstellungsarbeit voranzutreiben.
Weitere Inforamationen: info@fsbz.de
Eine Einrichtung des Comenius-Instituts im Aufgabenbereich Gender und Bildung, Frauenstudien und Frauenbildung www.comenius.de

